Dr. Susanne Hendel ist beratende Ingenieurin mit Schwerpunkt Bauphysik und energetische Sanierung. Als Energieeffizienz-Expertin begleitet sie Eigentümer und Bauherren bei Sanierungsfahrplänen und der Beantragung von Fördermitteln — von der Einzelmaßnahme bis zur Komplettsanierung zum Effizienzhaus.
Kapitel
Energieausweis und die Frage: für wen?
Selbstnutzer gegen Renditeobjekt
Wie Susanne an eine Sanierung herangeht
Alles auf einmal oder Schritt für Schritt
Worst Performing Building
Was man beim Kauf sofort tun muss
Oberer Gebäudeabschluss
Die Heizungspflicht und der Schornsteinfeger
Ölheizung ab 25/30 Jahren
Eigentümerwechsel bei Überschreibung
Der Sonderfall
Was der Dachboden bringt
10 bis 15 Prozent
Was die Fassade bringt
Und warum sie beim Verkauf untergeht
Der Turbo: die Wärmepumpe
Von H nach B durch den Wirkungsgrad
Wo die Grenzen liegen
Heizlast und einfach verglaste Fenster
Wie viel Energie ein Haus braucht
20.000 kWh und der Faktor fünf
Wohin mit der Wärmepumpe?
Garage, Hinterhof, Lautstärke
Was aus dem Schornsteinfeger wird
Umschulung zum Energieberater
Warum der alte Ausweis heute rot ist
Die Skala wurde gestaucht
Warum es diese Gesetze überhaupt gibt
CO₂-Neutralität und der Gebäudesektor
Ausblick: der Förderdschungel
Thema der nächsten Folge
Das Wichtigste aus der Folge
Sieben Punkte zu Energieausweis und Sanierung
Wenn Sie keine Zeit für die ganze Folge haben — das sind die Aussagen, auf die es ankommt.
Der Heizungstausch bewegt den Energieausweis am stärksten. Weil eine Wärmepumpe nur ein Fünftel der Energie eines fossilen Brenners braucht, kann ein Haus allein dadurch von H auf B rutschen — ohne dass Dach, Fenster oder Fassade angefasst wurden.
10:04 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Beim Kauf muss sofort nur der obere Gebäudeabschluss auf den Mindeststandard gedämmt sein — Dach oder oberste Geschossdecke. Ist das erfüllt, entfällt die Pflicht.
03:55 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Eine Ölheizung darf maximal bis zum Alter von 30 Jahren betrieben werden; aus Emissionsgründen kann der Schornsteinfeger den Austausch früher verlangen. Bei einem Eigentümerwechsel — auch durch Überschreibung — zieht die Pflicht.
05:12 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Dach und Fenster bringen je rund 15 Prozent Einsparung, die Fassade wegen der großen Fläche 20 bis 30 Prozent. Wer alle drei konsequent macht, halbiert etwa den Verbrauch.
07:27 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Eine gedämmte Fassade steigert den Wohnkomfort, wird beim Verkauf aber kaum honoriert — im Sachwertverfahren zählen vor allem Heizung, Dach und Fenster. Wer vor dem Verkauf saniert, sollte das wissen.
09:16 · Sascha Oertel
Ein freistehendes Einfamilienhaus braucht rund 20.000 Kilowattstunden Wärme im Jahr. Das sind 20.000 kWh Gas oder Öl — aber nur etwa 5.000 kWh Strom für die Wärmepumpe.
13:35 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Die Energieausweis-Skala wurde vor etwa elf Jahren gestaucht: Was früher bei 400 kWh je Quadratmeter H war, liegt heute bei 250. Ein Ausweis von damals fällt heute deutlich schlechter aus, ohne dass sich am Haus etwas geändert hat.
21:20 · Dr. Susanne Hendel, beratende Ingenieurin
Zum Stand und zur Verbindlichkeit
Dieses Gespräch wurde im April 2026 aufgezeichnet. Angaben zu Förderungen und zur Skalierung des Energieausweises geben den damaligen Stand wieder und können sich ändern. Die technischen Aussagen zu Wirkungsgraden, Heizlast und Einsparpotenzialen bleiben davon unberührt.
Die Pflichten rund um Heizungstausch und Dämmung sind hier vereinfacht dargestellt. Ob und wann sie im Einzelfall greifen, hängt von Baujahr, Nutzung, Bestandsschutz und möglichen Härtefällen ab — verbindlich ist das nur nach Prüfung durch eine Energieberatung oder den zuständigen Schornsteinfeger. Prozentangaben zu Einsparungen sind Erfahrungswerte und keine für jedes Gebäude garantierten Zahlen.
Warum ich Verkäufern von der Fassade abrate — meistens
Es gibt einen Satz, den ich in dieser Folge von Susanne bestätigt bekommen habe und den ich Verkäufern immer wieder sage: Wer kurz vor dem Verkauf noch schnell die Fassade dämmt, investiert viel Geld in etwas, das die Bewertung kaum honoriert. Die Hülle ist teuer, und im Sachwertverfahren taucht die gedämmte Fassade fast nicht auf.
Das heißt nicht, dass Dämmen sinnlos ist — für jemanden, der noch zehn Jahre selbst darin wohnt, ist der Komfortgewinn real. Aber als Maßnahme kurz vor dem Verkauf rechnet es sich selten. Wenn überhaupt etwas den Preis bewegt, dann sind es Heizung, Dach und Fenster. Und der größte Hebel, das war für mich die Überraschung dieser Folge, ist die Heizung: Eine Wärmepumpe zieht den Energieausweis so weit nach oben, dass sich das im Verkaufsgespräch bemerkbar macht — mehr als jede Dämmung.
Sanieren vor dem Verkauf — oder lieber nicht?
Bevor Sie Geld in Maßnahmen stecken, die sich beim Verkauf nicht rechnen: Ich sage Ihnen, was im Bergischen Land tatsächlich den Preis bewegt — und was Sie sich sparen können. Für die technische Seite binde ich Fachleute wie Susanne Hendel ein.
Passend zu dieser Folge
Wörtliche Fassung
Redigierte Fassung des Gesprächs vom April 2026: gekürzt, sprachlich geglättet und in Abschnitte gegliedert. Inhaltlich unverändert. Angaben zu Förderungen und Gesetzeslage geben den Stand der Aufnahme wieder.
Transkript anzeigen
Energieausweis und die Frage: für wen?
Sascha Oertel 00:00
Susanne, wir steigen wieder ein. In der Pause hatten wir über den Energieausweis gesprochen: Was ist bei einer Immobilie sinnvoll zu sanieren, und was kann ich mit dem Energieausweis überhaupt anfangen?
Gast 00:22
Das sind zwei Themen. Was sinnvoll ist, hängt zuerst davon ab, wer die Immobilie nutzt: Bin ich Eigentümer und wohne selbst darin, oder ist es ein Renditeobjekt?
Beim Renditeobjekt legt man rein wirtschaftlich an: Was bringt die Maßnahme an Energieeinsparung, kann ich sie auf die Miete umlegen, ist es eine Wertsteigerung? Als Selbstnutzer habe ich eine andere Überlegung, weil der Wohnkomfort eine ganz andere Rolle spielt. Wenn es durch die vierzig Jahre alten Fenster zieht, bringt deren Austausch rechnerisch vielleicht 15 Prozent und ändert nicht viel am Energielabel — aber die Zugerscheinungen fallen weg, und ich fühle mich in meiner Immobilie ganz anders wohl. Deshalb muss man das unterscheiden.
Wie Susanne an eine Sanierung herangeht
01:58
Wie kommen die Kunden zu dir, und was sind typische Fragen?
Gast 02:05
Im besten Fall stehen sie ganz am Anfang. Wer ein Haus kaufen will, für den schaue ich von vornherein: Was muss saniert werden, damit es funktionstüchtig ist, was kann saniert werden, wie stellt sich das preislich dar, und wie taktet man das? Wer die Immobilie schon hat — geerbt, geschenkt oder gekauft — steht oft auch am Anfang, geht aber anders damit um.
Alles auf einmal oder Schritt für Schritt
Gast 02:31
Es gibt zwei Konzepte. Entweder alles in einem Rutsch — von der unsanierten Bestandsimmobilie zum Effizienzhaus, weil man ohnehin alles anpackt: Elektrik, inneres Erscheinungsbild, dazu Fenster und Heizung. Von Vorteil ist dann sogar ein Energieausweis mit H: Das zählt als „Worst Performing Building", und dafür gibt es extra Förderung, gerade weil es so schlecht ist.
Das machen aber unter zehn Prozent der Fälle in einem Rutsch — es hängt stark an der Finanzierung. Der Regelfall ist die Einzelmaßnahme: Man wohnt schon länger im Haus, und nach vierzig Jahren sind die Fenster fällig. Bei diesen kleineren Paketen spielt der Energieausweis dann nicht die ausschlaggebende Rolle.
Was man beim Kauf sofort tun muss
Sascha Oertel 03:50
Bin ich gezwungen, als neuer Eigentümer sofort etwas umzusetzen?
Gast 03:55
Sofort umsetzen muss man nur den oberen Abschluss der Gebäudehülle — Dach oder oberste Geschossdecke. Erfüllt der schon den gesetzlichen Mindeststandard, weil das Dach gemacht wurde, fällt man aus der Pflicht.
Gedämmt werden muss auf den gesetzlichen Mindeststandard. Mit einer Zwischensparrendämmung — man deckt das Dach nicht ab, sondern dämmt von unten — kommt man in der Regel nicht ganz hin und muss mehr dazupacken oder das Dach von außen sanieren. Alternativ begrenzt man sich auf die oberste Geschossdecke und legt im Dachboden etwas auf.
Es gibt hier keine echte Kontrollinstanz, weil man das von innen machen kann. Aber weil Wärme nach oben steigt und dort die meiste Energie verloren geht, sollte man diesen oberen Abschluss auf den Mindeststandard dämmen.
Die Heizungspflicht und der Schornsteinfeger
Gast 04:59
Die zweite Pflicht ist die Heizung, abhängig vom Alter. Eine Ölheizung müsste in der Regel getauscht werden.
Sascha Oertel 05:05
Ich verkaufe ein Haus, die Ölheizung ist älter als 25 Jahre. Was muss passieren?
Gast 05:12
Die müsste getauscht werden. Hier gibt es die Kontrollinstanz: den Schornsteinfeger. Der erteilt die Betriebserlaubnis oder entzieht sie. Läuft sie mit 25 Jahren noch und ist freigegeben, darf sie maximal bis zum Alter von 30 Jahren betrieben werden. Aus Emissionsgründen kann der Schornsteinfeger aber auch früher, unter Frist von zwei Jahren, den Austausch verlangen.
Eigentümerwechsel bei Überschreibung
Gast 06:03
Diese Pflicht zieht bei einem Eigentümerwechsel. Ein häufiger Fall: Ältere Eltern überschreiben das Haus an die nächste Generation, bleiben aber wohnen. Auf dem Papier ist ein Eigentümerwechsel passiert — ist die Ölheizung über 30 Jahre alt, müsste der Schornsteinfeger ihr die Betriebserlaubnis entziehen.
In der Praxis ist die Frage aber, woher der Schornsteinfeger vom Eigentümerwechsel weiß. Das Grundbuch sieht er nicht.
Was der Dachboden bringt
Sascha Oertel 07:00
Was macht so ein Dachboden prozentual aus, bei einem klassischen Einfamilienhaus?
Gast 07:27
Klassisches Einfamilienhaus, Dachgeschoss teilbeheizt, darunter ein bis anderthalb Etagen: Da sind wir bei 10 bis 15 Prozent — ähnlich wie bei den Fenstern.
Wenn ich das Dach komplett von außen mitmache, kann man bei Dach und Fenstern zusammen von soliden 30 Prozent Einsparung ausgehen. Und die Fassade bringt, weil die Fläche so groß ist, noch einmal 20 bis 30 Prozent dazu. Wer Dach, Fenster und Fassade konsequent macht, halbiert etwa den Verbrauch.
Was die Fassade bringt — und warum sie beim Verkauf untergeht
Sascha Oertel 08:57
Aus Verkaufssicht: Dach und Fassade sind die Hülle, und die Hülle ist immer teuer. Das Dach wird im Sachwertverfahren berücksichtigt. Die Fassade dagegen ist in der Bewertung meist nicht mehr drin. Deshalb sage ich Kunden: Wenn du das Haus eingepackt hast, ist das schön — aber es findet bei der Bewertung kaum statt. Entscheidend sind Heizung, Dach, Fenster, dazu Elektrik und Bäder.
Der Turbo: die Wärmepumpe
Sascha Oertel 09:58
Was bringt die Heizung?
Gast 10:04
Wenn ich in einem Bestandshaus einen fossilen Brenner gegen eine förderfähige Wärmepumpe tausche, wirkt der Wirkungsgrad. Eine Gasheizung macht aus einem Teil Gas einen Teil Wärme, die Wärmepumpe aus einem Teil Strom drei bis fünf Teile Wärme.
Der Energieausweis bewertet den tatsächlichen Verbrauch — und dazu gehört, was die Anlagentechnik braucht. Wenn die Wärmepumpe davon nur ein Fünftel benötigt, rutscht man nicht um 15 oder 30 Prozent auf der Skala nach unten, sondern um das Fünffache. Aus einem H, das mit Fenster und Dach vielleicht bei E landet, wird ein A+ — allein durch die Wärmepumpe.
Sascha Oertel 10:52
Das ist krass. Wenn ich nur die Pumpe mache, wo lande ich?
Gast 11:05
Mit nur der Pumpe ist man ziemlich sicher irgendwo bei B. Dach und Fenster sind dann nur noch on top. Das Dach sollte dicht sein, das macht Sinn — aber vom Isolierstandard her ist es die Technik, die dem Energielabel den Turbo gibt. Von Rot nach Grün in kürzester Zeit, ohne Dach, Fenster und Fassade angepackt zu haben.
Wo die Grenzen liegen
Sascha Oertel 11:48
Kann ich ein einfach verglastes Haus mit einer Wärmepumpe versorgen?
Gast 11:55
Da gibt es Einschränkungen. Die Größe der Wärmepumpe richtet sich nach der Heizlast — wie viel Wärme durch Transmission über die Bauteile und durch Lüftung verloren geht. Fenster und Dach drücken die Heizlast um jeweils etwa 15 Prozent, die Fassade kann sie erfahrungsgemäß halbieren.
Das macht einen Riesenunterschied: ob ich Angebote für eine 15-Kilowatt-Wärmepumpe suche oder nur noch für 7 oder 8. Den Invest für eine Fassade gleicht das nicht wieder aus — da sind wir bei höchstens einem Viertel. Aber es gibt einen Komfortunterschied: Eine eingepackte Wand ist innen warm, man sitzt in einer warmen Umgebung und heizt vielleicht weniger.
Wie viel Energie ein Haus braucht
Sascha Oertel 13:23
Wie viel Energie kaufe ich mir denn ein?
Gast 13:35
Ein freistehendes Standard-Einfamilienhaus liegt beim Heizen grob bei 20.000 Kilowattstunden im Jahr. Das heißt: Ich müsste entweder 20.000 Kilowattstunden Gas einkaufen, 20.000 Kilowattstunden Öl — oder 5.000 Kilowattstunden Strom für die Wärmepumpe.
Kombiniere ich das mit einer PV-Anlage, kaufe ich noch weniger ein und verbrauche mehr selbst im Haus. Wer dann noch ein E-Auto fährt, hat das Gesamtkonstrukt beisammen. Das funktioniert im Einfamilienhaus im Kleinen und im Großen — im Mehrparteienhaus nur mit höherem Umbauaufwand.
Gast 15:20
Bei einem Sechs-Parteien-Haus mit Gasetagenheizung fällt beim Umbau die Etagenheizung weg, aber die Schächte der Gaszuleitungen bleiben — und ein Abgas gibt es bei der Wärmepumpe nicht mehr. Es kommt Aufwand bei der Verrohrung dazu, und man muss die Wärmequelle klären: Wohin mit der Außeneinheit, ist eine Erdbohrung möglich? Selbst im innerstädtischen Bereich gibt es meist einen Hinterhof, und moderne Wärmepumpen sind zertifiziert leise genug, dass es dort keine Probleme gibt.
Wohin mit der Wärmepumpe?
Sascha Oertel 16:30
Kann ich so ein Gerät auf die Garage stellen? Braucht es ein Fundament?
Gast 16:44
Man muss ein bisschen schauen. Kleine Plastikgärten am Grundstücksrand fallen wegen der Abstandsgrenzen von drei Metern zum Nachbarn raus. Bei einer Fertigteilgarage ist die Frage, ob die Statik eine 250-Kilo-Wärmepumpe trägt.
Eine kleine Anekdote: Meine eigene steht auf der Garage — allerdings haben wir zwei Stahlträger daruntergelegt, weil ich der Fertigteilgarage aus den Achtzigern nicht getraut habe. Sie steht aus dem Sichtfeld, nicht auf Terrasse, Straße oder Weg. Beschwert hat sich noch kein Nachbar: Im Winter, wenn sie auf Volllast läuft, haben die meisten die Fenster zu. Nachts fährt sie in der Absenkung, nicht auf Volllast. Und im Sommer springt sie nur fürs Warmwasser an, auf so niedriger Drehzahl, dass man sie kaum wahrnimmt.
Was aus dem Schornsteinfeger wird
Sascha Oertel 18:15
Was passiert eigentlich mit den Schornsteinfegern, wenn immer mehr Wärmepumpen kommen?
Gast 18:30
Eine gute Frage. Ich habe die Vermutung — eine Praxisbeobachtung — dass viele Schornsteinfeger genau deshalb zum Energieeffizienz-Experten umschulen. Je weniger Brennstoff verbrannt wird, desto weniger muss gekehrt werden. Sie bleiben aber am Gebäude, weil sie sich auf den Energiebereich spezialisieren.
Gast 19:14
Interessant ist: „Energieberater" ist kein geschützter Begriff. Geschützt ist der „Energieeffizienz-Experte" der Deutschen Energie-Agentur, und das ist tatsächlich nur ein kurzer Online-Kurs. In meinem Zertifizierungskurs für die Fördermittel saß ein sehr netter Herr, der KfZ-Berater war — zehn Wochen Online-Kurs, und machbar.
Bei einem Schornsteinfeger ist es anders: Der hat noch echten Bezug zum Gebäude, kennt die komplette Anlagentechnik, weiß, wie ein Zug funktioniert, prüft Zentral- und Ölheizungen und misst die Emissionen. Der bringt fachlich etwas mit.
Warum der alte Ausweis heute rot ist
Gast 21:20
Interessant ist die Skala selbst. Was heute H — also Worst Performing Building — ist, wurde vor etwa elf Jahren angepasst. Was vorher bei 400 Kilowattstunden je Quadratmeter H war, liegt jetzt bei 250, und die ganze Skala dazwischen wurde gestaucht. Wer vor zwanzig Jahren ein Haus mit einem gelben Ausweis gekauft hat, ist heute ziemlich sicher tiefrot.
Sascha Oertel 22:05
Und der Energieausweis ist ja nur zehn Jahre gültig.
Warum es diese Gesetze überhaupt gibt
Gast 22:15
Genau, weil sich politisch und technisch immer wieder etwas ändert und ein Haus nach zehn Jahren neu bewertet wird.
Der Hintergrund ist größer: Wir müssen CO₂-neutral werden, das ist weltweit beschlossen, in der EU in Richtlinien gefasst und wird in jedem Land umgesetzt. Der Gebäudesektor verursacht ein Drittel der CO₂-Emissionen — deshalb steht er so im Fokus, deshalb gibt es die Förderungen und die Diskussion um diese Gesetze. Das ist kein Einfall einer einzelnen Regierung, sondern folgt dem Ziel, die Erderwärmung zu begrenzen.
Man macht das nicht in einem Rutsch, weil ein Land das wirtschaftlich nicht stemmen kann — daher die Zeitschritte. Der Energieausweis ist im Grunde nur ein Messinstrument. Jeder ist beim Deutschen Institut für Bautechnik registriert, das die Entwicklung über Datenbanken verfolgt.
Ausblick: der Förderdschungel
Sascha Oertel 23:39
Wir kommen wieder nicht zum Ende — was kein Problem ist. Ich freue mich auf die nächste Folge mit dir, dann zum Förderdschungel. Danke, Susanne.