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Markt & Trends

Solingen 2025 - das Jahr, in dem der Markt wieder lief

Mehr Verträge, mehr Volumen, stabilere Preise. Der Solinger Markt hat 2025 das geliefert, worauf andere Bergische Städte noch warten — ein klar erholtes Jahr. Eine Einordnung in Zahlen, Käuferströme und ehrlichen Worten.

Veröffentlicht am 06.05.2026 Von Sascha Oertel 7 min
Marktbericht2026Solingen
Kurz eingeordnet

Solingen hat 2025 zugelegt — Geldumsatz +26 %, 1.196 Kaufverträge (+10 %), Preisindex Bestand bei 213,7 (+6,6 %). Aber die Bewegung kommt nicht aus Neubau-Boom, sondern aus dem Wiederverkauf — und 30 % der Käufer kamen von außerhalb, vor allem aus dem Kölner und Düsseldorfer Raum. Wer 2025 in Solingen verkauft hat, verkaufte in einem Markt mit klarem Zuzugs-Rückenwind.

Solingen 2025 in vier Zahlen

Vier Zahlen zuerst. Das Solinger Jahr 2025 in seinen prägnantesten Bewegungen — bevor wir in die Tiefe gehen.

+26 %

Geldumsatz im Gesamtmarkt — 423,5 Mio €

+10 %

Kaufverträge — 1.196 Verträge in 2025

+6,6 %

+6,6 %

30 %

Käufer von außerhalb — vor allem aus Köln und Düsseldorf

Was 2025 anders war

Solingen ist 2025 wieder gelaufen — und zwar deutlich

Wenn ein Markt 26 Prozent mehr Geldumsatz macht und 10 Prozent mehr Verträge, ist das kein Seitwärtsjahr. Solingen hat 2025 das geliefert, was andere Bergische Städte noch suchen — eine klare Erholung im Bestand.
Drei Treiber stehen dahinter. 

Erstens die Lage zwischen Köln und Düsseldorf: Während die Hochpreis-Achsen weiter teuer blieben, fanden Käufer in Solingen Substanz zu Preisen, die im Speckgürtel kaum noch zu finden sind. Daraus folgte ein klarer Zuzugsmarkt — rund 30 Prozent der Käufer wohnten 2025 vorher außerhalb von Solingen. 

Zweitens der Wiederverkauf-Effekt: Da der Solinger Neubaumarkt strukturell knapp ist, bleibt für Bestandsverkäufer Rückenwind, weil die Konkurrenz auf der Käuferseite nicht in den Neubau ausweicht.

 Drittens die Solinger Stadtteil-Vielfalt — wer in Ohligs nicht fündig wird, schaut in Wald oder Mitte, und der Markt insgesamt profitiert.
Wer 2025 in Solingen verkauft hat, verkaufte mit Rückenwind. Das ist die schöne Nachricht. Die unbequeme: Rückenwind macht nicht jede Immobilie verkaufbar. Die alten Regeln — Lage, Substanz, Mikrolage — gelten unverändert.

Standardwerte und Mediane 2025

Was Solinger Immobilien im Bestand kosten

Standardwerte gelten für Normobjekte mit mittlerer Lage und mittlerer Ausstattung. Mediane zeigen, was tatsächlich gezahlt wurde. Beides nebeneinander gibt das ehrlichste Bild.

Freistehendes Haus (Standardwert)

Mittlere Lage, mittlere Ausstattung

3.460 €/m²

Normobjekt 160 m², Bj. 1960

Freistehendes EFH/ZFH (Median)

Spanne 120 k – 1,8 Mio €

410.000 €

168 Verkäufe in 2025

Reihenmittelhaus (Standardwert)

Grundstück 235 m²

3.220 €/m²

Normobjekt 120 m², Bj. 1980

Reihenhaus / DHH (Median)

Spanne 100 k – 770 k €

360.000 €

124 Verkäufe in 2025

Eigentumswohnung (Standardwert)

Spannweite 1.870–4.430 €/m² nach Baujahr

2.440 €/m²

Normobjekt 80 m², Bestand

Eigentumswohnung Neubau

Faktor 2,4 zum ältesten Bestand

4.430 €/m²

ab Baujahr 2010 deutlich darüber

Käuferanalyse 2025

30 % der Käufer kamen von außerhalb — und das ändert die Spielregeln

Wenn ein Drittel des Marktes von außen kommt, ist das nicht mehr nur lokale Nachfrage. Es ist eine strukturelle Verschiebung.
Rund ein Drittel der externen Käufer wohnte 2025 vorher im Kölner Raum, knapp ein Drittel im Düsseldorfer Raum. 

Wuppertal und Ruhrgebiet steuerten zusammen etwa 16 Prozent bei. Was diese Käufer in Solingen suchen, ist meistens drei Dinge in einem: ein Haus mit Substanz, ein Grundstück mit Charakter, ein Preis, der unter dem Speckgürtel liegt.
Daraus folgt für Verkäufer eine konkrete Empfehlung: Das Exposé muss nicht nur den Wuppertaler oder Solinger Eigentümer adressieren, der den Stadtteil kennt — sondern auch den Köln-Pendler, der gerade entdeckt hat, dass die A3 ein Solinger Haus in 35 Minuten erreichbar macht. Was im Solinger Lokalmarkt selbstverständlich ist (die Lage zur Klingenstadt-Bahn, die Nähe zu den Wupperhängen, die Schule in Wald), muss für Auswärtige erklärt werden.


Ein gut formuliertes Exposé für Solingen 2026 ist zweisprachig: Solinger und Speckgürtel.

Was 2025 mehr zählte — und was weniger

Hat an Gewicht verloren

  • Reine Wohnflächen-Argumente ohne Energiekonzept (GEG ist auch in Solingen Realität)
  • Spitzenpreis-Erwartungen aus 2021/2022, die immer noch im Kopf vieler Eigentümer stehen
  • Lage-Argumente, die nicht durch ÖPNV oder Erreichbarkeit nach Köln/Düsseldorf gedeckt sind
  • „Bergisch-Charme" als alleiniges Verkaufsargument ohne Sanierungsplan

Hat an Gewicht gewonnen

  • Erreichbarkeit Richtung Köln und Düsseldorf (A3, S-Bahn-Anbindung)
  • Energieausweis ≤ Klasse D als faktischer Mindeststandard
  • Klare Stadtteil-Positionierung (Ohligs ≠ Mitte ≠ Höhscheid)
  • Bergische Substanz mit nachvollziehbarer Modernisierungshistorie
Solinger Spezialmarkt

Bergische Fachwerkhäuser folgen eigenen Regeln

26 Bergische Fachwerkhäuser haben 2025 in Solingen den Eigentümer gewechselt — bei einem Medianpreis von 240.000 €. Das ist deutlich unter dem Solinger EFH-Median, sagt aber nichts über den eigentlichen Wert. Schiefer, Fachwerk, Denkmalschutz, Sanierungsstand und Käuferkreis verändern hier den realistischen Marktwert stärker als bei jedem anderen Solinger Immobilientyp.


Online-Bewertungstools greifen für Bergisches Fachwerk fast immer zu kurz — sie kennen die Kategorie, aber nicht die Realität. Wer ein Fachwerkhaus 2026 verkauft, verkauft kein Standardhaus. Was den Preis bestimmt, ist die Geschichte, die das Haus erzählen kann: Welche Sanierungsschritte sind dokumentiert? Welche Denkmalschutz-Auflagen gelten? Welcher Käufer kommt in Frage — der Liebhaber, der Selbstsanierer oder der Investor?
Drei verschiedene Käuferkreise, drei verschiedene Preisniveaus.

Eigentumswohnungen

ETW-Markt: vom Bestand zum Neubau verdoppelt sich der Preis

314 Eigentumswohnungen wechselten 2025 in Solingen den Eigentümer. Die Preisspanne ist die eigentliche Geschichte: 1.870 €/m² für Wohnungen Baujahr bis 1969, 4.430 €/m² für Neubau ab 2010. Faktor 2,4 — derselbe Quadratmeter, dieselbe Stadt, völlig anderer Markt.
Drei Wohnungs-Klassen haben sich 2025 deutlich auseinanderbewegt. 

Sanierte Bestandswohnungen aus den 80er und 90er Jahren mit Energieklasse C oder besser blieben stabil und legten leicht zu — gefragt vor allem von Käufern aus dem Düsseldorfer Speckgürtel, die in Solingen Substanz zu erschwinglicheren Preisen suchten. 

Unsanierte Wohnungen vor 1980 kämpfen — Vermarktungsdauer dort regelmäßig länger, weil Käufer die Sanierungskosten direkt vom Angebot abziehen. 

Neubauwohnungen ab 2010 spielen in einer eigenen Liga — gut gefragt, hohes Preisniveau, aber zahlenmäßig wenig Volumen am Markt.
Wer eine Solinger ETW 2026 verkaufen will, sollte zuerst eine Frage klären: Welche der drei Klassen ist meine Wohnung? Die Antwort entscheidet über Preisstrategie, Käuferkreis und Vermarktungsdauer.

“Solingen 2025 war ein gutes Jahr für Eigentümer mit Substanz und Geduld. Aber „der Markt läuft" heißt nicht „jede Immobilie verkauft sich". Die Mikrolage zählt — und gerade weil der Markt läuft, fallen falsch positionierte Objekte schneller auf.”
Sascha Oertel · Oertel Immobilien

Was die Zahlen für Ihre Solinger Immobilie bedeuten

Ich lese diese Zahlen seit 2018 für Solingen — und übersetze sie für Eigentümer in einen Plan. Was ein +26 %-Geldumsatz für Ihre Immobilie heißt, ergibt sich nicht aus der Schlagzeile, sondern aus drei Fragen: In welchem Stadtteil steht das Haus? Was hat es an Substanz? Und wer ist Ihr realistischer Käufer — der Solinger oder der Köln-Pendler?
Erstgespräch ist kostenfrei. Kein Pitch. 15 Minuten reichen für eine erste Richtung.

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Sie haben einen Grund, jetzt über einen Verkauf nachzudenken — Verkauf, Erbe, Trennung, Lebensphase. Die Zahlen oben sind ein Anfang. Den Rest gehen wir gemeinsam durch.